Carl Loewe-Musiktage 2023 in Unkel

"Westwärts"


Unter dem Motto 'Westwärts' des Kultursommers Rheinland-Pfalz widmen sich die Carl Loewe Musiktage 2023 des Geschichtsvereins Unkel e.V. der westeuropäischen Musik des 19. Jahrhunderts. Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei Werken deutscher, belgischer, französischer aber auch englischer und irischer Komponisten dieser Zeit. Neben den Balladen von Carl Loewe, bilden Meisterwerke der Klassik von Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn, Camille Saint-Saëns, César Franck, Edward Elgar und John Field einen Kontrapunkt und spiegeln den Reichtum der musikalischen Ausdrucksform wider.

In der Burg Unkel spüren die Zuhörer den Charme der beliebten Salonserenaden der damaligen Zeit. Der Musikwissenschaftler Dr. Robert Abels von der Universität Koblenz wird bei diesen Konzerten dem Publikum Einblicke in die Arbeit Carl Loewes geben und die Epoche der Romantik und die Entwicklung der Musik des 19. Jahrhunderts musikhistorisch näherbringen. Im Abschlusskonzert wird das Palmenhaus im Henkelpark zum Konzertsaal mit virtuoser Quartettmusik auf den Spuren großer Meister im Schloss von Versailles.

Solisten der Carl Loewe Musiktage 2023 sind die britische Solo-Oboistin Joanne Walter-Unkel, die amerikanische Sopranistin Lisa Graf, der Düsseldorfer Solo-Geiger Roman Brncic, der Remscheider Solo-Bratschist Alexander Kiss, der Duisburger Solo-Cellist Bernhard Schwarz und die Bonner Pianisten Marc Unkel und Peter Bortfeldt.

In den Konzertpausen haben die Konzertbesucher die Möglichkeit bei einem Glas Wein die Musiker persönlich näher kennenzulernen (Meet & Greet).

Im Rahmenprogramm wird der Volkschor der Stadt Bergheim gemeinsam mit dem Publikum zu einem konzertanten Spaziergang ‚westwärts‘ durch die Stadt Unkel aufbrechen und an verschiedenen Stationen u.a. die Musik Carl Loewes zu Gehör bringen.

Plätze können ab März beim Geschichtsverein Unkel e.V per Mail vorbestellt werden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder ab 1.5. per Telefon unter 02224/3955. Es werden die zum Veranstaltungstermin geltenden Coronaregeln befolgt, der Veranstalter behält sich ggf. auch kurzfristige Änderungen des Programms vor.


Fr., 23.06. Auftaktkonzert – Auf sanften Flügeln westwärts
18:00 Uhr, Burg Unkel, Kirchstr. 8, Unkel
Serenade im Salon der Burg Unkel mit Gesang, Harfe und Klavier, Auswahl an Liedern und Solowerken der Romantik aus Irland, Belgien, Frankreich, u.a., Lisa Graf (Sopran), Andrea Thiele (Harfe), Peter Bortfeldt (Klavier), Einführung: PD Dr. Robert Abels, Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik Universität Koblenz
Eintritt 15 Euro (inklusive Meet & Greet, ein Glas Wein)
Sa., 24.06. Romantisches Europa – Frankreich und die Britischen Inseln
18:00 Uhr, Burg Unkel, Kirchstr. 8, Unkel
Serenade im Salon der Burg Unkel, Werke von Edward Elgar, John Field, Cesar Franck, Camille Saint-Saëns, Joanne Walter-Unkel (Oboe/Englischhorn), Marc Unkel (Klavier), Einführung: PD Dr. Robert Abels, Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik Universität Koblenz
Eintritt 15 Euro (inklusive Meet & Greet, ein Glas Wein)
So., 25.06. Mit dem Kompass durch Unkel - Konzertanter Spaziergang (Burg Unkel, Palmenhaus, Rheinufer)
18:00 Uhr, Innenhof der Burg Unkel, Kirchstr. 8, Unkel (Beginn im Innenhof Burg Unkel - bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung in der Burg Unkel statt)
Werke von Carl Loewe, keltische Chormusik, u.a., Volkschor Bergheim, Kantorei Unkel, Marc Unkel (Leitung)
Eintritt frei - Anmeldung erforderlich.
Fr., 30.06. Zu Besuch in Versailles - Auf den Spuren von Mozart, Loewe, Mendelssohn und Saint-Saëns
19:00 Uhr, Palmenhaus der Villa Henkel, Fritz-Henkel-Straße 1, Unkel
Konzert mit virtuoser Kammermusik im Palmenhaus, W.A. Mozart - Oboenquartett F-Dur, C. Loewe - Sonate für Violine, Violoncello und Klavier, Felix Mendelssohn - Klavierquartett C-moll, u.a., Joanne Walter-Unkel (Oboe), Roman Brncic (Violine), Alexander Kiss (Viola), Bernhard Schwarz (Violoncello), Marc Unkel (Klavier)
Eintritt 15 Euro (inklusive Meet & Greet, ein Glas Wein)

Download des Programms: Loewe-Programm 2023

Der Geschichtsverein Unkel e. V. hat das Ziel, die Geschichte der Stadt Unkel aufzuarbeiten und in verschiedenartigen Veranstaltungen bekannt zu machen. Einige der Projekte sind nicht nur für Unkeler interessant. Die Loewe-Musiktage z. B. ziehen Gäste aus der näheren und ferneren Region nach Unkel.
Viele bekannte Persönlichkeiten lebten in der Vergangenheit in Unkel, so auch die Familie des Komponisten Carl Loewe - seine Frau und zwei Töchter mit ihren Familien. Sie erwarben das Haus am Rheinufer in Unkel 1874, in dem 1839/40 auch Ferdinand Freiligrath gewohnt hatte. (Foto: Dr. Wolfgang Rathgen, ICLG)
Seit 1995 bemüht sich der Geschichtsverein in jährlichen Konzerten, die in vielen Fällen vergessene Musik Loewes aufzuführen. Diese Bemühungen entsprechen dem Anliegen der Familie Loewe in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Das Andenken an Carl Loewe wird auch in seinem Geburtsort Löbejün bei Halle (Internationale Carl-Loewe-Gesellschaft e.V., ICLG), in Stettin (Stiftung „ProStetinum bono“), wo er 46 Jahre als Kantor, Lehrer und Stadtmusikdirektor gewirkt hat, in Greifswald (die Universität der Stadt hatte Loewe die Ehrendoktorwürde verliehen), in Tokio (Japanische Carl-Loewe-Gesellschaft) und in Wien (Österreichische Carl-Loewe-Gesellschaft) mit vielfältigen Veranstaltungen gepflegt. Die musikalische Leitung hat Marc Unkel.
Marc Unkel zu Carl Loewes Balladen:
Carl Loewe (1796-1869) hat zur Entwicklung der Ballade als musikalische Ausdrucksform erheblich beigetragen. Durch seinen durchaus revolutionären Kompositionsstil hat er den Charakter der Ballade mitgeprägt.
In seinen Balladen kommt die wahre Größe des Komponisten Carl Loewe zum Ausdruck, da er innerhalb weniger Takte extreme Dynamikbezeichnungen (pp-fff) vorschreibt, (Foto: Dr. Wolfgang Rathgen, ICLG)die Interpreten und Zuhörer gleichermaßen in polare Spannung versetzen. Die Balladen weisen auch eine innere Gespanntheit auf, die durch den Wechsel von Dur und Moll musikalisch zum Ausdruck kommt. Gerade in der berühmten "Edward-Ballade" lässt dieses harmonische Klangbild die Spannung zwischen Seligkeit und Verzweiflung, Leben und Tod deutlich erkennen. Die Gesangsstimme hat rezitative Züge und verbindet koloraturartige Elemente der Opernarie mit der romantischen Liedform, hingegen ist die Klavierstimme sehr eigenständig und orchestral angelegt. Das Ergebnis ist eine sehr komplexe, kammermusikalische "Fantasie" in Liedform für Gesang und Klavier. Bei genauerer Analyse der harmonischen Strukturen der Balladen werden kühne Akkordverbindungen, Trugschlüsse und verminderte Akkorde "sichtbar"; der Zuhörer unterliegt diesen Klangschattierungen und empfindet sie nahezu greifbar.
Carl Loewe gelingt musikalisch Unglaubliches, die perfekte Symbiose von Lyrik und Musik in Form einer fantasieartigen Ballade, die das Publikum zu seiner Zeit, aber auch heute in Spannung hält.